Wanderung im nördlichsten deutschen Mittelgebirge

– der „Harzer-Hexen-Stieg“

Natürlich hatte Manfred Schneider auch in diesem Jahr eine Streckenwanderung organisiert, zusammen mit Günther Hennseler. Diesmal ging es auf den Harzer Hexenstieg. Zunächst erreichte die 11-köpfige Wandergruppe des SCM am 19. September mit dem Zug den Ort Thale im Ostharz. Der erste Wandertag führte uns über den Berg mit der Roßtrappe, durch das Bodetal auf den Hexenplatz und zurück nach Thale. Dies war schon ein Höhepunkt des mit Mythen und Sagen beladenen Gebirges. Ein ebenfalls großartiges Erlebnis war die Wanderung durch das Bodetal, des tiefsten Felsentales nördlich der Alpen. Von Hasselfelde aus ging es dann nach Drei Annen Hohne, durch dichte Wälder, entlang an Stauseen, von dort auf den mit 1141 m höchsten Berg des Harzes. Der Brocken empfing uns standesgemäß mit Nebelschwaden, die nur zeitweise einen Blick in die Ferne zuließen. Im Museum wird anschaulich die Geschichte des Brockens dargestellt: die älteste Wetterstation Deutschlands (1895), die Brockenbahn (1898), der erste deutsche Fernsehturm (1938), und dann die militärische Nutzung von 1961 bis 1991 durch sowjetische und deutsche (DDR) Fernmeldespezialisten. Privaten Personen war der Zugang nicht erlaubt. Heute ist der Brocken in den Nationalpark Harz eingebunden und ist ein beliebtes Touristenziel.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns bei dichtem Nebel von Gipfel. Erst auf dem „Goetheweg“ nach Torfhaus konnten wir ihn wieder im Sonnenschein bestaunen. Vorbei an unversehrten Hochmooren erreichten wir über Torfhaus dann Altenau und am nächsten Tag Osterode. Dieser Teil des Weges ist geprägt durch die Industriegeschichte des Harzes, nämlich den Erzbergbau, vor allem Silber, Kupfer und Eisen. Die Erzgewinnung begann schon im frühen Mittelalter, wurde seit dem 16 Jahrhundert intensiviert und endete Mitte des letzten Jahrhunderts.
Der Wanderweg führt vor allem an den vielen langen Wassergräben entlang, die zum „Oberharzer Wasserregal“ gehören und 350 Jahre lang den Bergwerken das Wasser für die Wasserräder zuführte. Insgesamt 500 km an Wassergräben wurden gebaut, von denen ein großer Teil als Kulturdenkmal geschützt wird.
Am letzten Wandertag führte uns Manfred von Osterode über die Hanskühnenburg zurück nach Osterode, von wo wir am 27. September die Rückreise antraten.
Es war wieder eine beeindruckende Wanderung über fast 150 km mit mehr als 3600 Höhenmetern, mit vielen erlebnisreichen Tagen in wild-urwüchsiger Natur im Nationalpark, auf weitgehend naturbelassenen Wanderwegen und durch die Kulturgeschichte. Das Wetter war günstig, meist heiter und ohne Regen. Das passte auch zu der stets fröhlichen Gruppe.
Manfred, wir freuen uns auf dein nächstes Projekt.

Manfred Klein (Bilder: Manfred Schneider)
Wegweiser Hexen-Stieg Vor dem Start auf den Hexenstieg 10 km beschwerlicher Wanderweg
Die erste Pause Pappbode-Talsperre im Nationalpark Aussichtsfelsen beim Brocken
Brockengipfel mit Hotel und Brockenhaus Brockenbahn Auf dem neuen Goetheweg am Brocken
Der Wanderführer Im Nationalpark Hochmoor bei Torfhaus
Hochmoor und Brocken Im Nationalpark Über Wiesen und durch Wälder
Graben des Oberharzer Wasserregals Transport des Getreides von Osterode zu den Bergleuten Fröhlich auch nach der Wanderung

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